Am Freitagabend war Feiertag für die Anhänger von irischer Folkmusik in Rheinbach und Umgebung.

Anlässlich des am 17.03. stattfindenden St. Patrick Day, ein irischer gesetzlicher Feiertag, fand im CoachHaus am Vorabend ein Konzert der Band Jaunting Cart statt.

Veranstalter des Abends waren die Besitzer des CoachHauses, Hanns-Georg Mostert und seine Lebenspartnerin Catharina Oldecop, die auch gleichzeitig Mitglieder von Jaunting Cart sind.

Ab 19 Uhr war Einlass – und die ersten Gäste waren auch pünktlich vor Ort, um die ersten Plätze an der stilvollen Theke einzunehmen.

Schon der Gang zum Veranstaltungsraum hatte etwas Besonderes. Denn der Weg führte durch das Kutschenmuseum, in dem sich ca. 20 verschiedene Kutschen befinden, die alle liebevoll hergerichtet und teilweise vor Ort in der eigenen Schreinerei aufgebaut wurden.

 

Nun aber zum Konzert – die Rahmenbedingungen konnten kaum besser sein. Das Ambiente im CoachHaus ist sehr ansprechend. Für diesen Abend wurde eine Bühne aufgebaut und im Raum selber Tische und Bänke aufgestellt. Dem Anlass entsprechend fehlte natürlich nicht eine irische Fahne und Wimpel in den irischen Nationalfarben.

Bis zum Beginn des Konzertes war der Raum dann auch komplett gefüllt – es mussten noch schnell einige Klappstühle organisiert werden, damit auch alle Gäste einen Sitzplatz hatten. Bei Getränken und kleinen Gerichten ( z.B. frische Brezeln und Irish Stew ) verging die Zeit bis zum Auftritt sehr schnell.

Und dann kam die Band auf die Bühne begleitet von 5 Tänzerinnen.

Nach einer kurzen Begrüßung der Gäste, legten die Musiker auch sofort rasant los. Die Stimmung im Saal war ab dem ersten Ton auf höchstem Niveau. Das war aber auch kein Wunder, denn die Band hatte als Auftakt ein schnelles zum Mitklatschen geeignetes Lied gewählt – und dazu die Unterstützung der sehr guten Tänzerinnen. Da musste das Publikum einfach direkt mitgehen.

In einem Wechsel von melancholischen, romantischen und sehr rhytmisch-schnellen Liedern, zwischendurch mit Tanzeinlagen der 5 Stepptänzerinnen unterstützt, vergingen die ersten 45 Minuten bis zur Pause, wie im Fluge.

Während der Pause hatte ich die Möglichkeit, mich etwas mit Walter Perschul und Pat D’Arcy von der Band zu unterhalten.

Hierbei erfuhr ich, dass man weitere Auftritte plane und auch an ein CD-Projekt denke. Das dürfte die schon recht zahlreichen Fans der Band sicherlich freuen.

In diesem Zusammenhang sei auch erwähnt, dass sich die Gruppe komplett selber finanziert und natürlich sehr viel Freizeit für die Bandarbeit aufbringe. Daher ist eine CD-Produktion natürlich auch von weiteren Auftritten abhängig.

Nach rund 15 Minuten ging es dann aber direkt weiter mit dem Konzert.

Doch irgendwie schien die Zeit schneller zu laufen – anders ist es kaum zu erklären, dass es plötzlich hieß: und nun unser letztes Lied für diesen Abend! Ein Blick auf die Uhr zeigte dann – es waren schon mehr als 45 Minuten seit Beginn des 2. Teils vergangen.

Das zeigt, wie gefesselt die Gäste von dem Konzert und dem Stepptanz waren.

Aber ohne Zugabe kam die Band natürlich nicht von der Bühne. Und die Zugaben hatten es noch mal in sich – der Saal stand Kopf. Als wirklich letztes Lied spielten Jaunting Cart dann den Klassiker Whiskey in the Jar – und der Saal sang mit und unterstützte die Band mit rhythmischem Klatschen.

Es war ein gelungener Auftritt, bei dem die 5 Tänzerinnen zeigten, wie ein guter Stepptanz auf die Zuschauer wirken kann. Die Band selber präsentierte sich hervorragend. Catharina Oldecop konnte mit ihrem Gesang mehr als überzeugen. Walter Perschul zelebrierte sein Mandolinenspiel und war der quirlige Mann auf der Bühne . Hanns-Georg Mostert überzeugte als Sänger, am Akkordeon und am Klavier. Mario Mikut beherrschte die Uillean Pipe, ein irischer Dudelsack und die Gitarre perfekt. Last but not least der echte Ire der Band :Pat D'Arcy, der neben Gesang und Bodhran ( irische Trommel ) auch als Erzähler mit Hintergundgeschichten zu einigen Liedern fungierte.

 

Nach dem Konzert war der Abend aber noch lange nicht vorbei. Es folgte nun eine Session mit verschiedenen Musikern, die sich teilweise mit ihren Instrumenten unter den Gästen befunden hatten. Nun setzte man sich zwanglos auf und vor der Bühne zusammen und spielte gemeinsam. Besser hätte dieser Abend nicht ausklingen können.

 

Freunde der irischen Musik können sich schon auf den Juni freuen – dann gibt es am 23. und 24. Juni im CoachHaus ein irische Kulturfestival mit 4 Bands und einem umfangreichem Familienprogramm.

Und wem die Zeit bis dahin zu lang ist – jeden 1. Freitag des Monats findet an selber Stelle die Irisch Folk Session statt. Es treffen sich dann verschiedene Musiker, die dann in zwangloser Runde teilweise mit traditionellen irischen Musikinstrumenten musizieren.

Gerne kann dann auch der Gast an dieser Session selber teilnehmen.