Am 1. Sonntag im Februar machten wir dann eine Tour nach Liverpool.

 

Liverpool liegt im Queens County an der Atlantikküste, an der Mündung des Mersey River.

 

Natürlich war es uns bewusst, dass dort keine der sogenannten Attraktionen geöffnet waren, aber für einen erholsamen Spaziergang sollte es allemal reichen.

Liverpool kannten wir ja auch schon aus einem Urlaub 2011, damals allerdings im Sommer.

Eine Besonderheit in Liverpool sind die bemalten Hydranten.

Diese sehen schon putzig aus – eine schöne Idee, die auch im Bild festgehalten wurde.

 

Für die normale Touristenzeit sollte man sich auf jeden Fall das Sherman Hines Museum of Photography auf der 219 Main Street vormerken. Ein Besuch dort in der alten Town Hall ist sicherlich kein Fehler.

Auch ein Besuch im sogenannten Perkins House ist sehr empfehlenswert – an der 105 Main Street gelegen.

Und auf dem Weg liegt dann auch die Möglichkeit zum dortigen Leuchtturm zu gehen, wo man, sofern geöffnet, auch mal das Nebelhorn betätigen darf.

Der Leuchtturm liegt im Fort Point Lighthouse Park an der Straße Hunts Point.

Wir haben einen sehr schönen Tag in Liverpool verlebt – auch ohne Touristen und Touristenattraktionen.

 

Kaum zu Hause angekommen, haben wir dann schon den nächsten Ausflug überlegt – es soll wieder nach Halifax gehen.

Bei diesem Besuch hatten wir uns vorgenommen, einige der dortigen Malls zu besuchen.

 

Wir parkten wieder an der Lower Water Street, fast gegenüber von der bekannten Brauerei „ Alexander Keith Browery“ (The Brewery Market, 1496 Lower Water Street ) . Hier sollte man auch mal einen etwas längeren Besuch einplanen. Es werden dort Führungen angeboten die fast einer Theater-Aufführung gleichen – sprich in schönen Kostümen des jeweiligen Jahres entsprechend verkleidet, werden dem Besucher die Herstellung vom Bier, der Geschichte von Alexander Keith und dem Gründer erklärt. Natürlich ist das auch mit der Möglichkeit verbunden, die einzelnen Biersorten zu probieren.

Dann stellt sich eigentlich nur die Frage: Wer fährt anschließend das Auto?

Wir verschoben die Brauerei-Tour noch – mal sehen, ob wir demnächst mal über Nacht in Halifax bleiben und dann auch mal das Keith-Bier dort genießen können.

 

Unser Weg führte darum zunächst zum Pier 21 und dort zum Farmers Market. Dort war allerdings nicht besonders viel los – Winterzeit halt. Also gingen wir weiter über die Morris Street hoch bis zur South Park Street. Dort befindet sich der Spring Garden Shopping Destrict mit sehr vielen Geschäften. Wir schlenderten auch durch einige der Geschäfte, ohne direkt in einen Kaufrausch zu fallen.

Und da ein Einkaufsbummel auch ohne Einkäufe hungrig macht, suchten wir uns ein Restaurant, um eine Kleinigkeit zu essen.

 

Fündig wurden wir auf der 1535 Dresden Row – dort befindet sich eine Mall u.a. mit dem Restaurant CORA. Wir bestellten uns dort ein Sandwich und einen Pfannkuchen – nach schwerem Kampf schafften wir die Portionen. Allerdings stand fest, dass unser Abendessen für den heutigen Tag entfallen kann. Das Essen war sehr lecker, reichhaltig und auch nicht teuer. Für mich besonders erwähnenswert – der Kaffee war wirklich gut. Ich konnte die Tasse kaum leer trinken, da wurde auch schon nachgefüllt.

Nach dieser umfangreichen Stärkung begaben wir uns dann wieder auf Bummeltour.

 

Über die Springgarden Road gingen wir weiter zur Brunswick Street – dort machten wir dann einen Abstecher zur dortigen Halifax Citadel. In den Wintermonaten wird dort kein Eintritt erhoben, allerdings finden dort auch keine größeren Vorstellungen statt – lediglich um 12 Uhr wird auch im Winter eine Kanone abgefeuert.

Nach einem kleinen Rundgang dort gingen wir an der Town Clock vorbei wieder in Richtung Lower Water Street zurück zum Auto.

Ein gelungener Ausflug.

 

In den nächsten Tagen hielten wir uns hauptsächlich in Mahone Bay auf. Bei jedem Spaziergang gibt es doch wieder etwas Neues zu sehen. Interessant ist die Tatsache, dass hier viele Häuser zum Verkauf anstehen – besonders die sehr unterschiedlichen Preise erstaunen einen doch.

 

Unser Haus ist in 3 separate Wohneinheiten unterteilt – jede Einheit kostet derzeit runde 230.000 CAD. Das sind umgerechnet rund 153.000 €. Der Preis ist so hoch, da das Haus direkt am Wasser liegt, was natürlich einen einmaligen Blick beinhaltet.

Gehr man einige Meter weg vom Wasser und der Main Street, sind die Preise dann doch etwas günstiger.

 

Ein Haus, welches uns gut gefiel, soll derzeit umgerechnet rund 112.000 € kosten – bis zum Wasser sind es dann allerdings rund 500 Meter. Nur – das Haus ist auch etwas größer und hat auch mehr Grundstück und eine separate Garage.

Aber wir fanden noch ein richtiges Traumhaus, welches zum Verkauf anstand.

 

Wenn man den Weg von runden 800 Metern bis zum Ortskern, sprich zum Wasser nicht scheut, kann man einen Traum von Haus erwerben – ein riesiges Grundstück mit traumhafter Zufahrt zum Haus und sehr gepflegter Gartenanlage. Das Haus selber renoviert mit 11 Zimmern und komplett eingerichtet. Dazu noch eine sehr große Doppelgarage mit separater Wohnung. Und der Preis:

265.000 € . Kaum zu glauben, denn in Deutschland würde man für dieses Objekt mindestens 500-600.000 € zahlen, eventuell sogar noch mehr.

Da kann man schon von einem Kauf träumen.

 

Da wir ja seit unserer Ankunft schon genug mit den traumhaften Umgebungen hier „zu kämpfen“ haben, wurde das Thema Haus vorsichtshalber schnell weit nach hinten geschoben.

 

Darum machten wir uns dann doch lieber wieder auf den Weg, um die Landschaft zu erkunden.

Zunächst stand eine Fahrt nach Lunenburg auf dem Programm.

Hier fand ich durch Zufall die Bluenose II, die abseits im Hafen lag.

 

Die Bluenose wurde 1921 gebaut und sank 1946 vor Haiti. Die jetzige Bluenose II ist ein Nachbau und wurde zuletzt 2010 komplett ausgeschlachtet und danach komplett erneuert. Im September 2012 gab es dann den Stapellauf der Bluenose II. Zurzeit gibt es allerdings heftige Diskussionen bezüglich der extrem gestiegenen Kosten für die Renovierung/ Neubau des Schiffes.

Ich war auf jeden Fall erfreut, das Schiff zu sehen – auch wenn es weiter weg lag und keine komplette Sicht darauf möglich war. Für ein Foto reichte es aber allemal.

 

Am nächsten Tag machten wir uns dann auf den Weg nach Chester.

 

Eigentlich wollten wir wieder auf der Water Lane  gegenüber der Fähre parken – doch wenn man auf die Beschilderung achtet, sind die Parkplätze dort nur im Sommer für den allgemeinen Verkehr frei. Während der Wintermonate sind die Parkflächen den Benutzern und Angestellten der Fähre vorbehalten.

 

Also wurde im Ort ein Parkplatz gesucht. Schnell fanden wir eine freie Lücke direkt auf der Pleasant Street. Das traf sich gut, da wir dort auf jeden Fall wieder im Kiwi Cafe einkehren wollten. Das Essen dort ist wirklich sehr empfehlenswert und wir freuen uns bei jeder Fahrt nach Chester auf einen Cafe und ein kleines Essen dort.

 

Unser Spaziergang führte uns über die Pleasant Street zur Central Street / Regent Street. Dort befindet sich die St. Stephen’s Anglican Church, die in der Serie „Haven“ häufiger zu sehen war.

 

Weiter ging es dann Richtung Wasser, sprich auf die South Street und die Verlängerung, die Victoria Street.

Dort findet man nicht nur einige Objekte, die ebenfalls in der Fernsehserie zu sehen waren. Es lohnt sich auch so, dort einen Spaziergang zu machen – die Aussichten dort sind einfach nur als „Schön“ zu bezeichnen. Und das Wasser dort zeigt sich immer wieder in anderen Farben – vom satten Blau Ton bis zum schon fast unwirklich anzusehenden grünlichen Schimmer.

 

Mit neuen Eindrucken gespickt, fuhren wie dann wieder zurück nach Mahone Bay.

 

Der nächste Tag war dann unter der Rubrik „zu Hause Tag“ zu sehen. Das Wetter zeigte, was es so alles kann – es gab Schnee, rund 30 cm. Später dann folgte ein kleiner Sturm mit Regen. Den Abschluss machte dann wieder etwas Schneefall.

 

Wenn es sonst keinerlei Abwechslungen gäbe – das Wetter zeigte uns alle Facetten.

 

So konnte man den Tag nutzen, um mal endlich die versprochenen Postkarten nach Deutschland zu schreiben und zu schicken. Ich hatte im Internet eine Möglichkeit gefunden, Karten mit den eigenen Fotos zu gestalten und dann aus Deutschland heraus an den Adressaten zu senden. Eine schöne Sache. Der Preis ist auch nicht zu hoch – 1,69 € pro Karte. Wenn man eine Postkarte kauft und anschließend mit der normalen Post versendet, ist es nicht viel billiger – aber es dauert auf jeden Fall länger. Der Versand von Kanada nach Deutschland dauert so in der Regel 7-10 Tage. Der Internetversand insgesamt 2 Tage.

 

Die nächsten Tage verbrachten wir hauptsächlich im Bereich von Mahone Bay – mit vielen Spaziergängen durch die Schneelandschaft, oder aber auch nur mit dem fotografieren von unseren „Heim-Adlern“. Es scheint sich dabei um eine Familie von Bald Eagles zu handeln – Männchen, Weibchen und 2 Jungvögeln.

 

Leider waren die Vögel für meine Kameraausrüstung zu weit entfernt – aber trotzdem war es schon ein Erlebnis. Und mitunter auch lustig! So konnte ich einen der Jungvögel fotografieren, als dieser beim Versuch auf der vereisten Bucht zu landen eine kleine „Bruchlandung“ hinlegte – plötzlich lag der Adler quasi auf dem Rücken und streckte die Pfoten in die Höhe. Das Bild hätte bestimmt in diversen Slapstick-Serien einen Platz gefunden.