Ausgestattet mit den wichtigsten Informationen ging es dann weiter vorbei am Maritime Museum of the Atlantic. Leider hatte es am heutigen Montag geschlossen. Also werden wir beim nächsten Halifax-Besuch dort reingehen. Es gibt dort einiges zu sehen, was die Geschichte von Halifax angeht. Sehr interessant natürlich die Abteilung „Titanic“. Da lohnt sich der Eintrittspreis von 5 Dollar pro Person sicherlich.

 

Der Weg führte nun weiter in Richtung der „Historic Properties“ – hier kann man ältere Häuser ansehen und durch die Einkaufspassage dort gehen. Diesen Weg sollte man auf jeden Fall machen. Und sollte es Zeit sein, ein kleines Mahl zu nehmen – da kann man „Saltys“ empfehlen. Das Restaurant liegt inmitten der Historic Properties und ist den Besuch Wert.

Das Essen ist sehr gut und nicht zu teuer. Pro Person kamen rund 14 Dollar zusammen – das sind keine 10 €.

 Für uns war es eigentlich Pflicht dort unser Mittagessen einzunehmen, was wir auch gerne machten.

 

Mit vollem Magen ging es dann weiter durch die Stadt. Wobei wir am heutigen Tag nur die unteren 3 Straßenzüge  besuchten.

Aber auch dort gibt es einiges zu sehen, bzw. einige Stellen für den ambitionierten Hobbyfotografen.

 

Für mich stand eine kurze Stippvisite der großen Baustelle ( Nova Centre ) an der Sackville und Market Street auf dem Programm. Diese Baustelle hatte ich in den Monaten der Planung unseres Aufenthalts in Nova Scotia fast täglich per Webcam besucht. Da wollte ich hier natürlich auch „real“ vorbeischauen.

 

Von dort ging es dann aber schnell weiter zum Government House in der 1451 Barrington Street.

Ein interessantes Haus, aber diesmal schien alles verlassen zu sein. Man sah keine Personen dort.

 

Um die 8 Dollar-Parkzeit auch komplett zu nutzen, gingen wir nochmal in Richtung Wasser. Dort konnte ich diesmal auch ein Foto von der „Dockyard Clock“ machen – die war 2011 komplett verhangen, da man dort Arbeiten vornahm.

Dazu noch Fotos von den Touristen-Attraktionen „Theodor the Tugboat“ und dem kleinen Schoner „Silva“ gemacht und auch noch das „Kunstwerk“ mit den verbogenen Laternen abgelichtet, bevor es dann zum Auto ging.

 

Es war noch recht früh, daher überlegten wir uns, ganz spontan noch nach Peggys Cove zu fahren.

Man musste ja das gute Wetter noch ausnutzen.

Also ging es über die 333 die 45 Kilometer bis zum Leuchtturm.

 

Es war richtig schön – lediglich 5 weitere Personen hielten sich in Nähe des Leuchtturms auf – wenn man bedenkt, dass in den Sommermonaten rund 300.000 bis 500.000 Besucher sich dort einfinden. So konnte ich in aller Ruhe noch ein paar Fotos schießen.

Ein kurzer Besuch noch im Sou’Wester, dem dortigen Restaurant und Geschenke-Laden, bevor wir uns dann auf den Heimweg machten.

Den Abend verbrachte ich dann mit der Sichtung der gemachten Fotos.

 

Am nächsten Tag war Regen angesagt. So gingen wir am Vormittag etwas im Ort auf Spaziergang. Ich wollte noch ein Foto vom Mahone Centre machen, da dies in der TV-Serie „Haven“ mitspielte. In der Serie wurde das Gebäude als Krankenhaus gezeigt.

Am Nachmittag kam dann wirklich der angekündigte Regen.

Das gab uns die Möglichkeit, einen Waschtag einzulegen.

Die Waschmaschine hier sieht dann doch etwas anders aus, als wir es von Deutschland her kennen.

Ein riesiges Teil – mit integriertem Trockner.

Nach Studium der Anleitung und mit Hilfe eines Übersetzungsprogramms, wurde dann die erste Maschine angesetzt.

So ganz trauten wir der Sache nicht – unsere Überlegung ging von Kleidung in neuen Farben, oder aber eine neue Konfektionsgröße der Jeans und Hemden.

Aber – oh Wunder – es funktionierte. Nach dem Waschgang alles in den Trockner und die Sachen passten auch im nun sauberen Zustand noch.

Das war doch ein echtes „Aha-Erlebnis“.

 

Da konnte der nächste Tag ja kommen – es sollte laut Wetterbericht wieder einen sonnigen und trockenen Tag geben.

 

 Und der Wetterbericht stimmte mal wieder. Mich wunderte bisher, wie genau die Vorhersagen bisher waren. Wurde für den Vormittag Regen angekündigt, sollte man auch wirklich den Schirm nicht vergessen. Das betrifft aber auch die angekündigten Sonnenstunden.

 

Unsere Tour ging dann in Richtung Chester. Ich hatte mir vorgenommen, einige Drehorte der Serie „Haven“ zu besuchen.

Zuerst suchten wir das Restaurant von „Duke“ auf – The Grey Gull. Die exakte Ortsangabe hatte ich zwar nicht, doch trotzdem fanden wir das Haus dann doch recht schnell.

Inzwischen ist das Gebäude komplett mit Holzplatten vernagelt – und der Schriftzug „The Grey Gull“ war auch entfernt worden.

Trotzdem machte ich einige Aufnahmen, wenn auch der direkte Zugang abgesperrt war. Natürlich respektierte ich die Absperrung und ging nicht an das Haus heran.

Das Gebäude liegt übrigens am Highway 329 im Bereich Northern Cove. Wer die Serie gesehen hat, wird das Haus auch sofort erkennen.

 

Weiter ging es dann nach Chester.

Dort gibt es gleich mehrere Häuser, die in der Serie eine Rolle gespielt haben.

Fündig wurden wir auf der Pleasant Street. Dort ist z.B. das Chester Playhouse – in der Serie „The Haven Cinematheque.

Auch das kleine Restaurant Rust-Bucket Nicki’s Inn befindet sich auf der Pleasant Street.

Nur einige Schritte weiter auf der Queens Street fanden wir dann den „Haven Herold“ und noch ein paar Meter weiter dann das Hotel „Mecklenburgh Inn, ebenfalls auf der Queens Street.

 

Dort traf ich die Betreiberin des realen Bed & Breakfast House vor der Tür. Wir unterhielten uns und sie erzählte etwas von den Dreharbeiten der Serie – es war echt interessant.

 Zum „The Haven Herald“ – die Beschriftung der Fenster und Türen war noch vorhanden. Allerdings steht das Gebäude ansonsten leer und wartet auf den nächsten Drehtag der 5. Staffel.

Nachdem ich nun so erfolgreich war, was die Fotos dieser Drehorte anging, gönnten wir uns zunächst eine kleine Pause am Hafen.

 

Es war inzwischen richtig warm und wir genossen die Sonne. Anschließend gingen wir noch in ein kleines Cafe auf der Pleasant Street. Was wir noch nicht ahnten, das kleine Cafe mit Namen „Kiwi-Restaurant“ wurde für uns zum sogenannten „Stammcafe“.

 

Am späten Nachmittag fuhren wir dann wieder zurück nach Mahone Bay.

Sicherlich hätte ich hier noch einige Fotos von den Drehorten der Serie “Haven” hier einsetzen können - aber dann wäre es ja ein “Haven-Bilderbuch” und nicht der Bericht über ein kleines Reiseabenteuer.

 

Die nächsten Tage verliefen ohne besondere Vorkommnisse. Das Wetter brachte uns mal Nebel, mal Regen und auch Schnee.

An Touren machten wir lediglich einen erneuten Ausflug nach Lunenburg.

 

Hier wollte ich nochmals nach Drehorten der „Haven-Serie“ schauen. Hier wird nämlich derzeit die 2. Staffel im Fernsehen gezeigt. Und da sieht man dann doch noch einige Örtlichkeiten, die man vorher noch nicht gesehen oder wirklich bemerkt hat.

Es war wieder ein schöner Tag, wenn auch etwas Nebel manches Bild verfremdete – aber für meine Film-Tour war es gerade richtiges Wetter.

So machte ich noch Aufnahmen von der Academy und dem davor liegenden Friedhof – das wirkte mit dem Nebel richtig gut.

Ansonsten gingen wir durch die mit schönen Häusern bespickten Straßen spazieren– die Lincoln Street, Pelham Street, Duke Street, Montague Street und der Bluenose Road.

 

Ein interessantes Ereignis erlebten wir einige Tage später direkt vor unserer Haustür.

Als ich gerade dabei war, unseren Wagen vom Schnee zu befreien, kam ein Police-Officer auf mich zu und fragte, ob mir der Hund auf der Terrasse gehören würde.

Hintergrund der Frage war, dass aus der Nachbarschaft jemand die Polizei angerufen hatte – ein Hund würde andauernd bellen. Dies sei ungewöhnlich und man machte sich Sorgen um die Hausbewohner.

 

Der Hund gehörte unseren direkten Nachbarn, die am Morgen wie üblich zur Arbeit gefahren waren. Die beiden Hunde der Familie bleiben in der Regel alleine über Tage im Haus und machten sonst keinen Lärm.

Ich ging dann mit dem Officer hinter das Haus – da sahen wir, dass einer der beiden Hunde jaulend auf der Veranda stand.

Es stellte sich heraus, dass der Hund irgendwie die Verandatür von innen geöffnet hatte, nach draußen ging und dann die Tür zu war und er nicht mehr ins Innere zurückkam.

Mein Nachbar konnte auf der Arbeit erreicht werden und es gelang nach Hinweisen von „Zack“  den Hund wieder ins warme Haus bringen. So ging dieser Polizeieinsatz für alle Beteiligte zufriedenstellend aus.

Für mich persönlich bedeutete es aber zusätzlich ein sehr interessantes Gespräch mit Robin dem Polizisten der RCMP.

 

Die nächsten Tage widmeten wir den Spaziergängen in Mahone Bay. Es hatte inzwischen wieder sehr viel Schnee gegeben – mein Auto war so zugeschneit, dass der Schnee im Heckbereich über den Kofferraumdeckel ging. Es war eine ziemliche Arbeit, das Auto wieder sichtbar zu machen.

 

Der Wetterbericht gab für diesen Abend eine Blizzard-Warnung für unsere Region heraus – ein Blizzard ist ein Schneesturm mit sehr hohen Windgeschwindigkeiten und einer Dauer von gut 3 Stunden. Er bringt in der Regel viel Schnee und die Sicht ist sehr stark eingeschränkt.

Und wie in Kanada und auch den USA üblich, gab es direkt die Ansage, man möge das Haus nicht verlassen. Gleichzeitig wurden im Fernsehen pausenlos eingeblendet, welche Schulen und Einrichtungen vorsorglich geschlossen bleiben.

Der Blizzard kam auch wie angekündigt – doch am nächsten Tag gab es dann wieder viel Sonnenschein und wir fuhren mal wieder nach Bridgewater.

 

Eigentlich hatten wir ja einige Touren zu Örtlichkeiten geplant, die etwas weiter entfernt waren. Aber durch die Straßenverhältnisse wurden diese Fahrten erst mal verschoben.

U.a. wollten wir ja nach Sheffield Mills fahren, um dort die Adler ( Bald Eagles ) zu beobachten.

Dort finden an 2-3 Wochenenden Ende Januar und Anfang Februar große Treffen statt. Es kommen weit über tausend Adler-Liebhaber, bzw. Fotografen, die einen Weißkopfadler in freier Wildbahn zu fotografieren.

Bei diesen Treffen werden durch die Farmer Hühnchen auf den Feldern verteilt – so kommen hunderte von Adlern um dort zu Fressen.

Aber wie gesagt – da waren wir lieber etwas vorsichtiger und verzichteten zunächst auf dieses Erlebnis.

Wir gingen einfach mal davon aus, dass diese Attraktion ja noch einige Wochen andauert, bevor sie beendet wird.

 

Und dann war plötzlich der Januar bereits vorbei.

 

Fortsetzung folgt