Mehr als satt, riefen dann nur noch der Fernseher und später das Bett. Jetzt warten wir mal ab, was das Wetter bringt.

 

Die nächsten Tage verliefen recht unspektakulär. Das Wetter brachte die verschiedenen Möglichkeiten aufs Tablett – mal Regen, mal Schnee, mal Sonnenschein.

Die Temperaturen schwankten von -15 Grad ( bei Wind gefühlte -25 Grad ) und warmen +9 Grad.

So konnte man Spaziergänge machen und mit dem Auto die nähere Umgebung erkunden.

Wobei das Wort „nähere“ sehr relativ betrachtet werden muss.

 

Als Beispiel ist mir noch in Erinnerung, als es um die Fahrt zu einem bestimmten Aussichtsplatz ging – einfache Strecke = 400 Kilometer. Kommentar dazu: Es ist nicht weit bis dorthin – es ist ja direkt um die Ecke.

Das zu den Entfernungen in Kanada.

 

Wir begnügten uns aber wirklich zunächst auf die umliegenden Orte. Das waren Bridgewater und Lunenburg.

 Für Besucher dieser Region ist insbesondere der Ort Lunenburg zu empfehlen – nein, falsch…. Es ist fast ein Muss, hier einen Besuch zu machen.

 

In Lunenburg angekommen, parkten wir auf der Bluenose Road direkt am Fisheries Museum. Im Winter ist dort Parken kostenlos.

Traurig war ich bei unserem ersten Besuch vor zwei Tagen bei dem Anblick des zerstörten Gebäudes unten am Wasser. Ende September 2013 war hier ein verheerendes Feuer, wodurch das ehemals rote Holzgebäude fast völlig zerstört wurde. Es stehen nur noch die Außenwände – das Dach und der Innenbereich sind komplett zerstört.

Man kann nur hoffen, dass sich Investoren finden, die das Gebäude wieder herrichten.

Insbesondere, da dieser Bereich zum Weltkulturerbe der UNESCO zählt.

 

Ansonsten lohnt sich ein Spaziergang über den Bluenose Drive – dort findet man u.a. das Fisheries Museum of the Atlantic. Ein kleines, aber feines Museum, wo man einiges über Lunenburg und der Bluenose erfahren kann.

Nur einige Meter weiter mein ganz spezieller Tipp, wenn es ums Essen geht – The Old Fish Factory. Sehr leckeres Essen und auch noch recht preiswert.

Schräg gegenüber ein weiteres empfehlenswertes Restaurant- The Rum Runner.

Also verhungern kann man in Lunenburg eigentlich nicht.

 

Und wer nur mal eben einen Kaffee trinken und dazu nur einen Appetithappen möchte, dem kann man das Smugglers Cove Inn auf der Montague Street empfehlen. Dort kann man in gemütlicher Atmosphäre seinen Kaffee trinken – lohnt sich wirklich.

Natürlich gibt es auch einige Geschäfte zum rumstöbern.

 Aber mir persönlich sagten eher die schönen Gebäude in den verschiedensten Farben zu – und natürlich auch die Gebäude mit historischen Charakter, wie z.B. das Knaut Ruland House in der Pelham Street.

Interessant auch das kleine Gebäude des „Dory Shops“ , der sich auf dem nun schon bekannten Bluenose Drive befindet. Hier werden die kleinen Holzboote, die Dorys, hergestellt.

 

Nur ein paar Meter weiter befindet sich die Ironworks Distillery auf der Kempt Street. Hier kann man nicht nur leckere Liköre etc. kaufen und auch vorher probieren, sondern sich auch den Vorgang des „Destillierens“ ansehen.

 

In dieser kleinen Aufzählung darf natürlich nicht das Gebäude der Lunenburg Academy in der Kaulbach Street fehlen.

Alle Örtlichkeiten sind auch für den Hobbyfotografen recht lohnende Objekte.

Eigentlich nur durch einen Zufall habe ich dann ein weiteres Fotoobjekt in Lunenburg gefunden – ein Stück der originalen Berliner Mauer. Schon erstaunlich, dass man hier so weit von Deutschland entfernt so etwas findet.

Das Teilstück ist auf einem Firmenparkplatz im Bereich der Falkland Street Ecke Broad Street zu sehen.

 

 Und derjenige, der im deutschen Fernsehen die Serie „Haven“ gesehen hat – insbesondere in Lunenburg befinden sich einige der originalen Drehorte zur Serie. Wie z.B. die Town Hall Lunenburg, die im Film das Polizeigebäude darstellte.

 

Den nächsten schönen Sonnentag nutzten wir dann für einen Ausflug nach Halifax.

Wir fuhren gegen 10 Uhr los, um nicht zu spät anzukommen.

Auch wenn es nur rund 95 Kilometer sind – auf den Highways ist die Höchstgeschwindigkeit 100 Km/h, mitunter auf kürzeren Strecken auch mal 110 Km/h. Und man sollte sich tunlichst an diese Vorgaben richten – ansonsten kann es richtig teuer werden.

 

Natürlich hielten wir uns an die Höchstgeschwindigkeit und kamen trotzdem nach ca. 1,5 Stunden in Halifax an.

Allerdings hatten wir uns trotz Navi einmal kurz verfahren – eine Ausfahrt zu früh und wir landeten auf dem riesigen Parkgelände des Walmart. Man sollte sich doch an die Anweisungen halten.

 

Nachdem wir unseren Parkplatz erreicht hatten, ging es zunächst zum Parkscheinautomaten – freies Parken haben wir in diesem Bereich nicht finden können.

Mit „unser Parkplatz“ ist ein sehr großer Parkraum im Bereich der Lower Water Street gemeint.

Schade eigentlich, denn die Parkgebühren sind doch recht hoch – 3 Stunden kosten mal eben 8 Dollar, umgerechnet beim jetzigen Kurs sind das 5,34 €.

 

Es tat aber unserer guten Laune keinen Abbruch und wir gingen los, auf einen kleinen Erkundungsspaziergang.

Unser Weg führte von der Lower Water Street zunächst zur Touristen-Info ( Visitor Info Centre ), um uns dort die neuesten Prospekte und Stadtführer zu holen.

 

Erstaunlich war es schon, dass im Info-Center 3 nette Damen waren, die sich um sämtliche Fragen von Touristen kümmern – allerdings ist das Aufkommen an Touristen im Januar doch eher bescheiden.

 

Fortsetzung folgt