Kapitel 5 – Der Urlaub in Kanada beginnt

 

 

 

Unseren ersten Tag in Mahone Bay, den New Years Day, haben wir ja mit Ankunft, Auspacken und Spaziergang verbracht. Und mit einem kleinen Einkaufsbummel in Mahone Bay.

 

Auf der Edgewater Street gibt es ja eine Tankstelle, die auch an Feiertagen geöffnet hat – und ein großes Angebot an Artikeln für das tägliche Leben.

 

Jetzt hatten wir bereits den 02. Januar – ein fast normaler Arbeitstag. Allerdings nicht für alle Geschäfte. Manche hatten auch den 02.01. noch geschlossen und öffneten erst am Freitag wieder.

 

Nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg, um alle notwendigen Einkäufe zu tätigen.

 

Laut Wetterbericht soll es nämlich ab Nachmittag die ersten Schneefälle geben. Und mit dem nagelneuen C 300 wollte ich es nicht wirklich riskieren, auf glatter Straße durch die Gegend zu fahren.

 

Also ging es los nach Bridgewater – rund 15 Minuten Fahrzeit von Mahone Bay aus entfernt.

 

Der Weg ist einfach zu finden – einfach über die Main Street und dann immer geradeaus. In Bridgewater angekommen, kurz nach links abgebogen auf die La Have Street – und da lagen dann der Atlantic Super Store und einige Meter weiter Sobeys.

 

Insgesamt gibt es in Bridgewater 3 größere Malls – den Sobeys, den Atlantic Store und Walmart. Das sind natürlich nur die wirklich großen Einkaufsmöglichkeiten im Ort.

 

Wir begnügten uns mit Sobeys, da wir diesen Laden ja bereits gut kannten.

 

Wie schon vom vorherigen Aufenthalt in Nova Scotia her gewohnt, ging der Einkauf sehr entspannt daher – unser Wagen war schnell gefüllt und es ging zur Kasse.

 

Es ist immer wieder erstaunlich, dieser Unterschied zum Einkauf in Deutschland – kein Gedränge, kein Geschiebe an der Kasse. Und alle haben offensichtlich die gesamte Zeit der Welt eingeplant.

 

Freundlich zog die Kassiererin alle Artikel über das Band und verpackte alles ordentlich in diverse Tüten. Als sie bemerkte, dass wir auch eigene Stoffbeutel mit dabei hatten, nahm sie diese und packte den Rest der Waren dort ein.

 

Auch wenn wir nicht die einzigen Kunden waren – alle Artikel wurden auch noch nach Gewicht und z.B. Tiefkühlwaren etc. sortiert und eingepackt.

 

Das würde ich gerne mal in Deutschland sehen – es gäbe bestimmt einen mittleren Aufstand, da die anderen Kunden natürlich alle keine Zeit haben.

 

Das Wetter war immer noch sehr gut, daher schauten wir uns noch etwas in der Mall um. Wir waren schon erstaunt, was sich dort in der vergangenen Zeit getan hatte – viele Geschäfte gab es nun und man könnte hier einiges an Zeit verbringen.

 

 

 

Nach dem Einkauf ging es dann wieder zurück zum Haus.

 

Auspacken und verstauen, um dann einen kleinen Spaziergang zu starten.

 

Unser kleiner Ort Mahone Bay ist ein richtiger Hingucker –

 

die schönen Holzhäuser in den verschiedensten Formen und Farben, der Atlantik direkt einige Meter neben der Main Street, die Touristenattraktion „The Three Churches „ und nicht zu vergessen die Bewohner.

 

Es dauerte nicht wirklich lange und wir wurden von der anderen Straßenseite her schon mit dem Ruf: „Hello Klaus, Hello Gabi – Nice Day today“  begrüßt. Es war Frank, den wir erst kurze Zeit zuvor bei unserem Spaziergang kennengelernt hatten. Aber so sind die Kanadier – sehr aufgeschlossen und freundlich.

 

So kann ich mich nicht erinnern, dass es uns in Deutschland passierte, von wildfremden Leuten angesprochen zu werden und ein Gespräch entstand. Hier ist es ein normaler Ablauf und nichts Ungewöhnliches.

 

Wir genossen den Spaziergang durch den Ort sehr – natürlich auch da das Wetter noch richtig gut war.

 
 

Am Abend dann begann der Wetterumschwung. Es fing an zu schneien – aber richtig! Innerhalb kurzer Zeit fielen so ca. 30-40 cm Schnee. Aber in der Höhe gemessen, nicht wie im Bonner Raum üblich in der Breite .

 Unser Auto war in kürzester Zeit komplett eingeschneit –  aber wir wollten ja auch nicht mehr irgendwohin fahren.

 

Das war das gute an unserem Ort – hier gibt es alles in der Nähe – eine Pizzeria, Restaurants und natürlich ein größerer Einkaufsladen, sowie ein Pharmazieladen. Alles direkt an der Main Street auf einer Länge von ca. 800 Metern.

 

Da kann eigentlich nicht viel passieren. Aber das war ja auch ein Aspekt, warum wir uns für diesen Ort als Wohnort entschieden hatten.

 

Es schneite übrigens den ganzen Abend – erst am nächsten Morgen hörte der Schneefall auf.

 Was war das für ein Bild nach dem Aufstehen!

 Alles in weißer Pracht gehüllt – das Auto war rundherum bis rund 50-60 cm hoch mit Schnee umgeben. Eine Tür zu öffnen war nicht mehr möglich. Aber auch vor dem Haus türmte sich der Schnee.

 Für uns bedeutete das einfach nur: wir bleiben im Haus!

 

Allerdings konnten wir dann doch nicht auf einen kleinen Spaziergang verzichten – und stellten fest, dass 17 Grad Minus zwar kalt sind, aber lange nicht so unangenehm, wie es bei solcher Temperatur in Deutschland gewesen wäre.

 

Der Wind war, wenn er einem ins Gesicht blies, doch recht kalt – da sind wir mitunter einige Schritte auch rückwärtsgegangen.

 Ab der Mittagszeit fing dann der Wind an stärker zu blasen. Laut Wetterbericht stand uns ein Blizzard bevor. Da sind wir aber mal gespannt, was uns da erwartet.

 

Zum Glück hatten wir ja alle Einkäufe gemacht und konnten uns für 1-3 Tage ohne Probleme im Haus ernähren.

 

Im Fernsehen verfolgten wir die verschiedenen Wettermeldungen – in manchen Orten und Gegenden waren es schon erstaunlich schlechte Wetterbedingungen. Hier in Mahone Bay hielt es sich aber in Grenzen – der Wind und die Böen waren zwar spürbar, aber nicht so stark, wie wir es befürchtet hatten.

 So endete auch der Freitag, ohne herausragende Vorkommnisse.

 

Der nächste Tag stand ganz im Zeichen der Schneebewältigung.

 Wir hatten uns vorgenommen, das Auto auszupacken.

 Am Abend hatte man aber schon vor unserem Haus den Gehweg und die Hauszugänge komplett vom Schnee geräumt.

 Darüber waren wir natürlich sehr erfreut. Hatten wir doch zunächst befürchtet, wir dürften diese „Tonnen“ an Schnee selber irgendwie verschieben. Unser Nachbar erklärte uns dann jedoch, dass die Hausbesitzer für die Schneebeseitigung zuständig seien – und wir sind ja nur Dauermieter.

 

Also die Schaufel gepackt – die Schneebesen geschwungen und Unmengen an Schnee zunächst vom Wagen auf den Gehweg und dann in den nächsten Vorgarten geschaufelt.

 Das Ergebnis konnte sich sehen lassen – vor unserem Haus stand wieder ein weißer Daimler!

 Da hatten wir uns den anschließenden Kaffee wahrlich verdient.

 Schnell ging auch dieser Tag dem Ende entgegen – schon gegen 18 Uhr hatten wir gefühlte 23 Uhr.

 

In Sachen Schnee – kaum war der erste Schnee auf den Straßen gelandet, da fuhren auch schon die Schneeräumer. In der Stunde so ungefähr alle 10 Minuten kam einer der vielen verschiedenen Fahrzeuge an unserem Haus vorbei. Und das ging wirklich 24 Stunden durchgehend so.

 So etwas würde man sich im Bonner Umland auch mal wünschen.

 Selbst nachdem der Schnee von den Straßen verschwunden war, fuhren immer noch in unregelmäßigen Abständen Schneeräumer zur Kontrolle durch die Straßen – das nenn ich Winterdienst.

 

Der Sonntag war dann ein super sonniger Tag – wir gingen ins Eli‘s Restaurant einen leckeren Amaretto Latte trinken und das kostenlose Internet nutzen – in unserem Haus funktionierte der Internetzugang leider noch nicht.

 

Anschließend machten wir noch einen kleinen Spaziergang, bei dem es uns recht warm wurde. Die Temperatur war inzwischen von gestrigen Minus 17 Grad auf nunmehr angenehme Plus 2 Grad gestiegen. Da kann man schon ins Schwitzen geraten.

 

Bevor wir zum Haus zurück gingen, erledigten wir noch einen kurzen Einkauf im Safe Easy, der die ganze Woche über geöffnet hat.

Übrigens hat der Besitzer/Betreiber des ehemaligen Safe Easy gewechselt - nun lautet der Name des Ladens Nick's Your Independent Grocer.

 Der Rest des Tages war dann mit Faulenzen ausgefüllt.

Doch nach einer Stunde überlegten wir uns spontan, noch eine Runde durch den Ort zu gehen.

 Der Wetterbericht brachte die Meldung, dass es am Montag Regen geben soll – das könnte dann ziemlich glatt werden auf den Straßen und Wegen. Also das gute Wetter nutzen und noch schnell etwas Sonne und frische Luft genießen.

 

Danach war aber wirklich Faulenzen angesagt.

 Gabi machte noch das Abendessen – etwas Salat und ein  kleines Steak. Das Steak hatte ein Gewicht von weit über 500 Gramm, könnte also reichen, um satt zu werden J .

 Nicht nur, dass das Fleisch super lecker und von sehr guter Qualität war – auch der Preis schmeckte: für das Riesen-Steak umgerechnet 4,80 € !

 Davon träumt man in Deutschland nur.