Kapitel 3: Die frühe Planung

 

 

 

Nach dem Versenden der Mail nach Mahone Bay dauerte es nur einige Stunden, exakt einen Tag, bevor die Antwort kam. Und es kam eine positive Nachricht…. wir können das Haus in der angedachten Zeit mieten!

 

Die Freude war natürlich dementsprechend groß.

 

Ab diesem Tag begann dann aber auch schon die eigentliche Planungsphase. Vorher, das war ja nur ein Suchen und im Grunde nur ein sogenanntes Vorgeplänkel.

 

 

 

Das Wichtigste war nun, einen Plan zu entwerfen, um zunächst eine Übersicht zu bekommen, was alles erledigt werden muss.

 

Ich kann mich noch gut erinnern, wie dieser erste Plan aussah-

 

ein Blatt Papier mit vielen Notizen, aber auch sehr vielen ausgestrichenen Zeilen.

 

Also…. ein neuer Plan war fällig.

 

Dieser enthielt zunächst -3- Hauptpunkte:

 

Unterkunft

 

Flug

 

Auto .

 

Das war doch wirklich übersichtlich. Aber dieser Zustand hielt nicht lange an.

 

Doch schön der Reihe nach. Der erste Punkt „Unterkunft“ war ja eigentlich schon fast erledigt. In den folgenden Monaten gab es dennoch immer wieder Fragen, die dann per Mail in der Regel schnell beantwortet werden konnten.

 

Wer sich auf einen Urlaub außerhalb der normalen Reisezeit festgelegt hat, sollte dabei einige wichtige Punkte beachten.

 

Kanada und die Winterzeit bedeutet auch, dass es dort mitunter einiges an Schnee geben kann – bei der Suche nach einem Wohnobjekt sollte man daher vielleicht nicht unbedingt einen völlig abgeschiedenen Bereich wählen. Das war für uns auch ein wichtiger Aspekt. Daher hatten wir uns schon vorab festgelegt, dass unser Urlaubshaus in einer Ortschaft liegen sollte, in der man auch alles Notwendige ohne Auto einkaufen kann. Ein vormaliger Urlaubsort von uns lag an einem wunderschönen See – der Ponhook Lake. Im Sommer einfach nur herrlich.

 

Aber wie uns unser damaliger Vermieter erzählte, kann es vorkommen, dass der Schnee mitunter so hoch liegt, dass man zunächst einen Bagger ordern musste. Dieser räumte dann den teilweise unbefestigten Weg bis zu den Ferienhäusern. Aber das dauerte natürlich einige Zeit – und wer da nicht vorgesorgt hatte, konnte nur auf einen Nachbarn hoffen, der mit etwas Nahrungsmittel aushelfen konnte.

 

Von daher ist es schon einfacher, wenn man in der Stadt sein Domizil hat und sich dann zumindest zu Fuß einen Weg bis zum nächsten Laden schlagen kann.

 

Ein weiterer Punkt, den man nicht vergessen sollte, betrifft die Geschäfte und Restaurants. Denn einkaufen muss man – und mal in einem Restaurant etwas Leckeres bestellen, ist auch sehr schön. Also sollte man bei der Planung darauf achten, dass es dementsprechende Angebote gibt, die das ganze Jahr über geöffnet haben.

 

Denn die Region lebt vom Tourismus – und der findet hauptsächlich in den Monaten Mai bis Oktober statt.

 

Von daher sind in den Wintermonaten einige reine Touristenattraktionen geschlossen.

 

Für uns spielte der Bereich „Tourismus“ jedoch keine Rolle. Wir wollen einfach nur „unser“ Nova Scotia genießen und erleben.

 

 

 

Der zweite Hauptpunkt „Flug“ gestaltete sich da schon wesentlich schwieriger.

 

Eigentlich hatten wir gehofft, wie auch bei den vorherigen Flügen nach Kanada Nonstop zu fliegen. Doch das klappt außerhalb der normalen Reisezeiten nicht.

 

Die bisher genutzte Fluglinie bietet nämlich nur in der Zeit von Mai bis Oktober Flüge nach Halifax per Direktflug an.

 

Also wurde eine andere Airline gewählt, bei der wir dann die Möglichkeit hatten, von Frankfurt über Toronto, Ottawa oder Montreal nach Halifax zu fliegen.

 

Unsere Wahl fiel nach etlichen Stunden der Recherche und Internetbesuchen auf die Strecke  Frankfurt – Montreal – Halifax.

 

Die Gründe für diese Wahl lagen darin, dass wir für den Zwischenstopp mindestens 2 Stunden Aufenthalt haben wollten und auch die Größe des Flughafens in die Überlegungen einbezogen haben.

 

Die vorgesehene Zeit von 2 Stunden zwischen Ankunft und Anschlussflug sollte man schon einplanen, um unliebsamen Überraschungen aus dem Weg zu gehen.

 

Am ersten Flughafen, also beim Zwischenstopp, muss man sein Gepäck abholen und durch den Zoll gehen, bevor es dann wieder für den Weiterflug aufgegeben wird. Dieser Vorgang benötigt natürlich seine Zeit. Und nicht zu vergessen – auf dem 1. Flug kann es ja zu Verspätungen kommen und die Möglichkeit bestünde, dass man den Weiterflug dadurch verpasst.

 

Und die Größe des Flughafens spielt natürlich auch in den zeitlichen Faktor – Toronto z.B. ist sehr groß und das Aufkommen an Fluggästen ist dementsprechend hoch. Was dazu führt, dass die Wartezeiten  und Laufzeiten zwischen Ankunft und Weiterflug auch hoch sind.

 

 

 

Das waren die Vorüberlegungen!

 

Ein kleiner Stolperstein in der weiteren Planung war nun, dass man nur auf einen Zeitraum von maximal 360 Tagen die Flugdaten heraussuchen kann.

 

Letztendlich bedeutete das, wir mussten bis Anfang Mai 2013 warten, ehe wir die Hin- und Rückflugdaten bei der Airline angezeigt bekamen.

 

Trotzdem konnten wir schon vorab erkennen, dass Toronto auf jeden Fall für uns nicht in Frage kam. Und auch Ottawa fiel langsam nach hinten weg – auch wenn uns dieser Flughafen eigentlich am ehesten gefallen hätte. Ottawa ist von den drei ausgesuchten Zwischenzielen der kleinste Flughafen und somit nicht so stark frequentiert.

 

Doch die Zeiten zwischen den beiden Flügen ( Ankunft und Weiterflug ) war extrem kurz, in einem Fall waren es mal gerade 20 Minuten zwischen den beiden Flügen. Da reichte ja schon eine kleine Verspätung aus und man verpasst den Weiterflug.

 

Im Mai konnten wir dann endlich alle Flüge sehen, die für uns in Frage kamen.

 

Und schnell stand dann definitiv fest – unser Weg geht von Frankfurt über Montreal nach Halifax.

 

Somit war der zweite Hauptpunkt zunächst abgehakt.

 

 

 

Der dritte Punkt stand auf dem Programm – der Mietwagen.

 

Dieser Punkt ist schnell abgeschlossen… einmal kurz den bekannten Automobilclub aufgesucht, da wir dort ja Mitglied sind. Dann die Zeiten angeben, Unterschreiben….Fertig.

 

 

 

Weit gefehlt – wie sagt man doch gerne: Es war eine schwere Geburt bis ein PKW gemietet werden konnte.

 

Das Problem liegt in der Zeit. Es gibt ja verschiedene Anbieter von Mietfahrzeugen. Jeder dieser Anbieter hat jedoch seine eigenen Vorgaben, was die maximale Mietdauer angeht.

 

Diese Zeit variierte von 45 Tagen bis zu 60 Tagen.

 

Leider werden diese Mietzeiten in der Form nicht direkt sichtbar angezeigt. Wir hatten uns nach einigem Suchen dann für die Variante 90 Tage-Wechsel für den Rest von 60 Tagen entschieden. Denn laut Internetseite des Anbieters wurden dort diese 90 Tage als maximale Mietdauer angezeigt.

 

Dementsprechend wurde unsere Planung zum Fahrzeugtausch in Halifax festgelegt – wir wollten die Fahrt mit einem ausgiebigen Stadtbummel und einer Shopping-Tour verbinden.

 

Also ab zum Automobilclub unseres Vertrauens. Wohl gerüstet mit allen notwendigen Zeiten und unseren Wünschen, was das Fahrzeug betraf.

 

Doch leider teilte man uns dann mit, dass entgegen der Angabe im Internet nur eine Mietzeit von 60 Tagen möglich sei. Bedeutete im Klartext, wir müssen das Fahrzeug 2x wechseln. Zum Glück ist der Flughafen in Halifax ja nicht so weit von Mahone Bay entfernt. Machen wir also direkt 2 fest geplante Fahrten nach Halifax.

 

Somit war dieser Punkt auch abgeschlossen.

 

 

 

Zwischenzeitlich liefen natürlich auch unsere weiteren Planungen und Überlegungen auf Hochtouren weiter.

 

Unser Abflugtag lag ja jetzt fest – am 31. Dezember starten wir in Frankfurt. Unser Haus steht allerdings erst ab dem 01. Januar für uns zur Verfügung.

 

Da die Ankunftszeiten in Halifax frühestens ab ca. 20 Uhr liegen, hatten wir uns im Vorfeld dazu entschieden, bereits am 31.12. zu fliegen. Ansonsten wären wir ja erst gegen 23 Uhr oder später in Mahone Bay angekommen. Und wie sollten wir dann an unsere Hausschlüssel kommen?

 

Folglich wollten wir noch eine Nacht in einem Hotel am Flughafen Halifax einlegen.

 

Dank Internet ist eine Suche nach einem möglichen Hotel keine große Sache.

 

Wichtig war uns in Sachen Hotel, dass es einen kostenlosen Shuttle-Service vom Flughafen zum Hotel und am nächsten Tag den Shuttle zurück zum Flughafen gab.

 

Dann sollte das Hotel auch ein Restaurant haben, damit man am Ankunftsabend auch noch eine Mahlzeit nehmen kann.

 

Denn wie wir feststellten, gibt es zwar überall ein Frühstücksangebot, aber nicht in jedem Hotel war auch ein Restaurant für die übrigen Mahlzeiten.

 

Und auch ein wichtiger Punkt für uns war die Nähe zum Flughafen.

 

Denn nach dem Flug wollten wir nicht noch eine lange Anfahrt zum Hotel haben.

 

 

 

Schnell fanden wir das passende Objekt und eine Buchung war auch problemlos erledigt. Einige Wochen nach der Buchung hatte ich dann noch eine Frage – kurz eine Mail an das betreffende Hotel geschickt und schon 30 Minuten später kam eine umfangreiche Antwort. Das nenne ich Kundenservice.

 

 

 

Damit waren unsere 3 Hauptpunkte zunächst abgeschlossen.

 

Naja, nicht wirklich abgeschlossen.

 

Jetzt ging es wieder zurück zum Punkt „Haus“.

 

Eine Mail aus Kanada hatte uns ein wenig verunsichert.

 

Hierin wurde uns mitgeteilt, dass wir bezüglich Strom im Stadthaus von Mahone Bay anrufen müssen um uns dort als Abnehmer eintragen zu lassen.

 

Tja – bedeutet das etwa, wir haben bei unserer Ankunft keinen Strom? Das wäre natürlich eine mehr als dumme Sache.

 

Ohne Strom keine Heizung, kein Licht, kein Kochen, kein Telefon und Internet.

 

Und unser Ankunftstag ist ein Feiertag – sprich, da hat auch in Kanada kein öffentliches Amt geöffnet.

 

Schnell eine Mail nach Kanada geschickt – 30 Minuten später:

 

Adrenalin runterfahren, Alarmglocken abstellen!

 

Wir haben natürlich Strom – nur am nächsten normalen Arbeitstag sollen wir uns bei der Stadt für unsere Urlaubszeit eintragen lassen.

 

 

 

Also konnten wir uns unseren neuen Fragen widmen, die uns noch eingefallen sind.

 

Manch einer wird vermutlich schmunzeln, aber es ist schon wichtig: gibt es im Haus ein Bügeleisen? Denn bei dieser langen Zeit dort, wird es nicht ausbleiben, dass man auch mal die große Wäsche ansetzen muss. Und dann wäre es auch angebracht, die Hemden etc. auch später bügeln zu können.

 

Von daher – auch an solche Kleinigkeiten denken und gegebenenfalls mal nachfragen!

 

 

 

Ein wichtiger Punkt wäre mir beinahe entfallen – der Zoll.

 

Wie schon geschrieben, besteht mein Handgepäck ja fast ausschließlich aus meiner Fotoausrüstung mit Laptop.

 

Fortsetzung folgt